Häsin und Hasenbock


Die Häsin: das weibliche Tier:

Die Geschlechtsorgane der Häsin bestehen aus zwei Uterushörnern und 2 Gebärmuttermunden. Über Brust und Bauchseite sind 6-10 Milchdrüsenkomplexe paarweise angeordnet.
Kaninchenweibchen sind im 4.-5.Monat geschlechtsreif, die eigentliche Zuchtreife beginnt ab dem 6.-8. Lebensmonat.
Allerdings hat die Häsin keinen regelmäßig auftretenden Zyklus und ist sogar schon am Tag einer Geburt sofort wieder aufnahmebereit.
Nach einer Tragezeit von ca. 33 Tagen, gebärt die Häsin 6 -12 Hasenwelpen mit einem Geburtsgewicht von ca. 40-50g.
Die Welpen sind Nesthocker, d.h. sie werden blind (noch geschlossene Lidspalte ), nackt und taub, aber mit bereits gut entwickeltem Tast- und Geruchssinn geboren.
Nach 5-6 Wochen können sie sich vollkommen alleine versorgen und ernähren.

Wird eine Häsin nicht gedeckt, kann ca. 16 Tage nach dem Eisprung eine Scheinträchtigkeit entstehen.


Der Hasenbock - das männliche Tier:

Männliche Tiere erkennt man an deren äußeren Geschlechtsmerkmalen, d.h. den
beidseitig angelegten Hauttaschen, welche die Hoden umschließen, rechts und links des Penis. Kaninchen und Hasen haben allerdings keinen Hodensack und können die Hoden in die Bauchhöhle einziehen.
Der Penis hat lediglich einen Schwellkörper und weder einen Glans-Penis, noch einen Penisknochen.
Die Geschlechtsreife tritt beim männlichen Tier schon um den 3.Monat ein, d. h. ab einem Alter von 3 Monaten können männliche Tiere sowohl Ihre weiblichen Geschwister, sowie die Mutter „erfolgreich“ decken!
Die Zuchtreife gilt allerdings erst ab dem 10. Monat.


Ist eine Kastration empfehlenswert?

Die Kastration eines männlichen Tieres ist nicht nur sinnvoll und tierschutzgerecht, wenn Nachwuchs verhindert werden soll (d.h. männlich und weibliche Tiere in direktem Kontakt zueinander leben), sondern auch wenn mehrere Böcke zusammen gehalten werden sollen, da sich diese häufig sonst selbst gegenseitig kastrieren, was zu schmerzhaften Verletzungen führen kann.
Auch bei einzeln gehaltene Böcken, die z.B. starke Aggressionen gegenüber dem Menschen zeigen, kann man durch Kastration - und damit vermindertes Testosteron, das Aggresionsverhalten mindern. Ein kastriertes Kaninchen wird auch in der Wohnung deutlich weniger Revier- und Markierverhalten aufzeigen. Es ist jedoch anzuraten, diesen Eingriff frühstmöglich durchzuführen, da ein jahrelanges Verhalten dann nicht mehr alleine durch eine Kastration zu steuern ist.

Bitte beachten Sie, dass Kaninchen und Hasen nach einer Kastration noch ca. 14 Tage voll zeugungsfähig sind!



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