Läufigkeit der Hündin - wie kann man sie verhüten?

Tritt zum ersten Mal im Alter von etwa 7 bis 18 Monaten auf, bei kleinen Hunderassen eher früher, bei größeren eher später. Zunächst kommt es zu einer leichten Blutung für ca. 10 Tage, in denen die Hündin die Rüden noch wegbeißt (oder auch nicht!). In der darauffolgenden Zeit von ca. erneut 12 Tagen ist besondere Vorsicht nötig: die Hündin lässt sich jetzt decken. Jede Hündin hat ihren eigenen Zyklus. Manche werden zweimal, manche nur einmal, andere aber auch dreimal im Jahr läufig. Solange sie diesen eigenen Rhythmus einhalten, ist alles ok. Stellen sich aber Unregelmäßigkeiten ein, gilt es aufzupassen, denn sie können Vorboten gesundheitlicher Probleme sein. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Läufigkeitsverhütung: 1. Hormonell, d. h. mittels Hormoninjektionen, die die Hündin im Abstand von fünf Monaten bekommt. Nachteile der Hormonbehandlung: - Die hormonelle Manipulation einer Hündin erhöht grundsätzlich die Wahrscheinlichkeit einer eventuellen, eitrigen Gebährmutterentzündung, auch Pyometra genannt. Die Pyometra ist eine nur bei der Hündin, ganz selten bei der Kätzin beobachtete, sehr ernste Erkrankung, die in der Regel nur operativ behandelt werden kann und immer noch als Notoperation gilt. - Hormonspritzen wirken nicht vorbeugend gegen Gesäugetumore, eher im Gegenteil, sie begünstigen ihre Entstehung ! - Weitere mögliche Nebenwirkungen einer hormonellen Behandlung ist die Entstehung von Zuckerkrankheit (Diabetis mellitus) und oder Fettleibigkeit (Adipositas). Vorteile der Hormonbehandlung: - Unkompliziert, schnell, geringe Kosten pro Behandlung. - Erfordert keine endgültige Entscheidung pro oder kontra Fruchtbarkeit. 2. Die Kastration: Hierbei werden der Hündin die Eierstöcke und wenn nötig, auch die Gebährmutter entfernt. Es kommt zu keiner Läufigkeit mehr. Die Operation dauert ca. eine Stunde. Die Naht ist, je nach Hundegröße etwa 5 bis 10 cm lang. Die Hündin kommt morgens nüchtern zur OP und kann in der Regel 2 Stunden nach Op auf den eigenen 4 Beinen wieder nach Hause entlassen werden. Am dritten Tag ist eine Verbandskontrolle, am zehnten Tag werden die Fäden gezogen (was nicht weh tut). Nachteile der Kastration: - Es besteht, wie bei jeder Vollnarkose, ein theoretisches Narkoserisiko. - Die Hündin bedarf, besonders in den ersten drei Tagen nach der OP, vermehrter Beobachtung, Zuwendung und Pflege. - Einige der kastrierten Hündinnen, besonders bei großen Rassen, neigen später zum Harnträufeln. Dieses lässt sich in aller Regel mit einem Medikament beheben, das dem Tier aber dann auf Dauer gegeben werden muss. Das Fell kann sich verändern: einige Tiere bekommen ein sehr dichtes, feines sog. "Babyfell". Sehr selten kann es zu schütterem Haarkleid oder zu Haarausfall kommen. - Einige Tiere neigen zu Gewichtszunahme. Aber: nicht die Kastration macht dick, sondern die Kalorien! Vorteile der Kastration: - Das Tier kann keine Gebährmutterentzündung mehr bekommen und oder Eierstockzysten, Eierstocktumore. - Die Kastration ist die einzige, heute bekannte Möglichkeit der Vorbeugung gegen Gesäugetumore. Dazu einige Zahlen: Jede vierte nicht kastrierte Hündin bekommt mit 6 Jahren Gesäugetumore, etwa die Hälfte davon sind bösartig. - Bei Tieren, die gleich nach der ersten Läufigkeit kastriert wurden, bekommt noch jede hundertste einen Gesäugetumor. Das waren sehr viele Informationen auf einmal. Leider können wir Ihnen die Entscheidung für oder gegen Läufigkeitsverhütung, für die Hormonbehandlung oder für eine Operation nicht abnehmen. Aber wenn Sie noch weitere Fragen an uns haben, beraten wir Sie gern.