Leitlinien zur praktischen Verwendung einer Eliminationsdiät

Eine Ausschlussdiät ist der einzige Weg um beim Hund herauszufinden, ob und wogegen eine Futtermittelallergie besteht. Andere Tests stehen nicht zur Verfügung, da die üblichen Haut- und Bluttests nur Aussagen zur Sensibilisierung machen, nicht jedoch zur klinischen Relevanz. Es ist also unmöglich, nur aufgrund eines Allergietests den gesunden vom allergischen Hund zu unterscheiden.

Aber: Von höchster Wichtigkeit bei der Ausschlussdiät ist eine absolute Konsequenz bei der Umsetzung!

Hier reichen kleinste Mengen, wie ein Stück Käse, ein Leckerli oder einfach nur unbekannte Beimischungen im Fertigfutter - dadurch wird das Immunsystem mit „seinem Allergen“ weiter konfrontiert, die Symptome bleiben und man nimmt fälschlicherweise an, dass ein Umweltallergen die Ursache für den Juckreiz ist.


Wichtig ist, dass die Eliminationsdiät aus 2 neuen, dem Hund oder der Katze bisher unbekannten Komponenten (1 Proteinquelle = Fleisch und 1 Kohlenhydratenquelle = Kartoffel o.ä.) besteht und diese für eine Zeit von 6 bis 8 Wochen absolut strikt gefüttert wird.

Unter sechs Wochen sollte man die Ausschlussdiät mit den Vierbeinern auf keinen Fall machen, denn erst nach dieser Zeit erfasst man zwischen 70 und 80 Prozent der allergischen Hunde. Hat man den Eindruck, dass die Symptome sich zwar etwas gebessert haben, aber nicht völlig verschwunden sind, würde man die Ausschlussdiät noch zwei Wochen verlängern.

Es gibt Studien zur Ausschlussdiät die zeigen, dass man z.B. mit einer dreiwöchigen Ausschlussdiät nur 30 Prozent der allergischen Hunde erfasst. Es lohnt sich, hier einen langen Atem zu haben, denn der Verzicht auf ein Allergen im Futter ist für den Hund die einfachste Behandlung.



Die Leckerlies müssen unbedingt nur passend zur Proteinquelle gewählt werden. Wenn z.B. Pferdefleisch als Proteinquelle gefüttert wird, dürfen die Leckerlies auch nur aus Pferdefleisch bestehen.

Stellen sie innerhalb von 4-5 Tagen langsam auf die Eliminationsdiät um.

Kontrollieren Sie das Gewicht des Hundes oder der Katze regelmäßig, sollte er/sie abnehmen geben sie uns bitte Bescheid.


Bitte beachten Sie:

Die Durchführung der Eliminationsdiät schließt jegliche Gabe von zusätzlichem Fremdprotein oder potentiell allergieauslösenden Substanzen aus!

Das bedeutet, dass z.B. Medikamente nur mit dem Eliminationsdiätfutter gegeben werden dürfen und nicht, wie vielleicht gewohnt, mit Leberwurst. Ebenso müssen jegliche Futterzusatzmittel und Medikamente wie z.B. Zahnpflegekauknochen, Vitamin- oder Hefepräparate, Gelenktabletten (mit Ausnahme von Hyalutidin), Lachsölkapseln, Medikamente mit Fleischaroma etc. auf das Vorhandensein von Fremdprotein hin abgeklärt und ggf. durch unbedenkliche Präparate ersetzt werden.


Ein Tipp von uns zur „Herstellung“ von „Leckerchen“:

Schraubglas oder fest schließende Dose mit einer Tüte auskleiden, ein Stück leckere Leberwurst auf den Boden legen, auf die Leberwurst zwei Lagen Papier legen, darauf dann das Diätfutter schütten. 1 Tag stehen und durchziehen lassen, danach die Leberwurst entsorgen.

So wird aus dem Diätfutter ein prima "Leckerchen" !


Und wie geht es weiter?

Am Ende der Eliminationsdiät (6-8 Wochen) muss oder kann eine Futtermittelprovokation mit dem alten Futter gemacht werden. Hierzu mischen sie einfach das bisher verabreichte Futter unter die Eliminationsdiät, sie müssen das Futter nicht wieder komplett umstellen!

Wenn innerhalb von 14 Tagen keine Verschlechterung der Symptome eintritt

(Futtermittelprovokation negativ), ist es extrem unwahrscheinlich, dass Ihr Hund oder Ihre Katze eine Futtermittelallergie hat.

Sollten die Symptome mit der Futtermittelprovokation wieder auftreten (Provokation positiv verlaufen), stellen sie bitte sofort wieder auf die reine Eliminationsdiät um.


Varianten einer Eliminationsdiät:

Selbst gekochte Diät.: Vorteil: keine Kontamination mit fremden Eiweißen

Fleisch pur aus der Dose (auch hier sollte man eine Proteinquelle, die der Hund oder die Katze noch nie gegessen hat, wählen) und die Kohlenhydratquelle selbst dazu kochen.

Kohlenhydratquelle selber einkaufen (Supermarkt, Reformhaus) oder z.B. Pastinakenflocken/ entsprechende Gemüseflocken (z.B. Futtermedikus, Tackenberg)

Futter mit Insektenprotein: - Trovet oder Insect Pro von MeraVital (Insekten und Kartoffel, nass und trocken) - Vet Concept Dog Sana Hermetia (mit Süßkartoffel)

hydrolysierte kommerzielle Diäten als Nassfutter oder Trockenfutter z.B. Hypoallergenic oder Anallergenic von Royal Canin